Mutterglück

…und warum es schön ist, mit seinen fast erwachsenen Kindern in einer WG zu wohnen.

Zunächst einmal ein dickes, fettes DANKE an alle Mamas❤️
Der Kalender heute zeigt: Es ist Muttertag, also auf in den Blumenladen und Blumen kaufen. 1922/23 hatte der Verband deutscher Blumenhändler den Tag populär gemacht. Warum wohl…? Einen Muttertag zu Ehren der Mütter gab es bereits seit der Antike. Überall auf der Welt wurden zu allen Zeiten Mütter in allen Religionen verehrt.

Ich finde das super. Sind es doch die Mütter, die unter unglaublichen Schmerzen die Kinder gebären und nach wie vor deren Hauptsorge tragen.

Auch ich habe heute Muttertag. Bist Du auch eine Mama?
Ich durfte in den Jahren 2000 und 2001 zwei wundervolle Söhne empfangen. Sie sind das Wundervollste, was mir bisher in meinem Leben geschenkt wurde und ich darf sie mein Leben lang begleiten.
Mama sein ist einfach prima, auch wenn es nicht immer einfach war und ist. Wer sagt schon, dass das Leben einfach sein soll, aber es ist wunderschön.

Sie sind von Anfang an eigene Persönlichkeiten, denen wir Wurzeln und Flügel geben sollten, aber sie uns nie zu eigen machen dürfen, sie gehören uns nicht. Wenn wir das erkennen ergibt das Wort Er-Ziehung keinen Sinn, es gibt nur: Vorbild leben.

Nur so können wir unseren Kinder GLÜCK lehren. Wir sollten:
– Sie begleiten und sie sich entwickeln lassen.
– Ihnen Zuversicht, Mut und Vertrauen schenken.
– Ihnen immer wieder sagen, wie wundervoll sie sind.
– Ihnen sagen, dass es keine Fehler gibt, sondern nur Erfahrungen.
– Ihnen Achtung vor allen Lebewesen lehren, auch wenn sie noch so klein sind
– Ihnen Rückhalt geben, wenn es ihnen mal nicht so gut geht
– Ihnen Gummibärchen auf Wunden legen, auch wenn sie noch so groß sind
– Ihnen Freunde sein
– Ihnen Hilfe anbieten ohne zu bevormunden
– Ihnen vertrauen, statt ständig zu kontrollieren
– Ihnen ein Gesprächspartner sein, statt sie anzuschreien
Die Liste ließe sich vermutlich um noch viele weitere Punkte ergänzen…

Kinder müssen nichts werden. Jeder von uns wurde bereits als vollkommenes Wesen geboren. Schule und so genannte Er-Ziehung stellen Unglaubliches mit Kindern an. Auch ich habe er-zogen, das habe ich so gelernt und dennoch immer wieder hinterfragt. Intuitiv wusste ich schon lange, etwas ist nicht richtig. Zum Glück bin ich in einigem meiner Intuition gefolgt. Heute ist mir alles sehr viel bewusster. Hätte, hätte, hätte…

STOP. Gestern ist vorüber. Ich kann jetzt überlegen, wie es besser geht und mich ändern, auch wenn meine Jungs nun fast erwachsen sind.
Daran arbeite ich jeden Tag, an dem sie noch so nahe hier bei mir sind. Irgendwann ziehen sie aus und leben komplett ihr eigenes Leben.

Beiden habe ich zum 18. Geburtstag eines gewünscht: Mögen sie ein glückliches Leben führen. Damals gab es diesen Blog noch nicht.
Ich fühlte intuitiv, dass das der einzige Wunsch ist, den ich für Sie habe. Und: So lange ich lebe, werde ich für sie da sein.
Einmal Mama – immer Mama.

Ich lerne jeden Tag noch mehr Empathie, Einfühlungsvermögen und Kommunikation. Ich lerne immer noch mehr, mein Ego zurückzustellen und mich meiner Aufgabe ganz hinzugeben. Präsent zu sein, wenn sie mich brauchen, mit ihnen gemeinsam Lösungen zu überlegen, wenn sie es wünschen. Sie in Entscheidungen mit einzubeziehen, besonders und vor allem, wenn es sie betrifft.

Wir leben mittlerweile eine liebevolle Familien-WG. Die Idee hatte ich 2019 im November, als mir richtig bewusst wurde, dass wir alle 3 vollzeitig arbeiten. Ich war immer noch in der Mama-Rolle, in die ich mich begeben hatte. Was natürlich Sinn macht, solange die Kinder klein waren. Jetzt sind beide über 18 und berufstätig und ich soll weiterhin für Einkaufen und Kochen alleine zuständig sein? Andere Hausarbeit teilen wir uns doch schon viel länger? Hier einmal 3 Gründe für neue Gewohnheiten:

  1. Ich hatte keine Lust mehr zu kochen, vor allem kein Fleisch…
  2. Wenn ich gekocht habe, wurde es oft nicht gegessen, aus welchen Gründen auch immer
  3. Meine „Arbeit“ findet zwar zu Hause statt, jedoch „arbeite“ ich mehr als 40 Stunden in der Woche für meine selbständige Tätigkeit, es war mir zuviel

Warum sollte ich also Lebensmittel einkaufen, welche entweder zuviel oder zu wenig waren, weil meine Jungs einen anderen Lebensrhythmus haben? Warum sollte ich Essen kochen und wir essen sowieso nie zusammen? Sie haben einen ganz anderen Tagesrhythmus als ich. Essen einfrieren und auftauen schmeckt nicht…. Viele Gründe, es anders zu probieren als das klassische Frauen-Mutter-Rollenbild, was ich mir ins Gehirn implantiert hatte.

Witzigerweise artete das erst einmal in Pizzakartons und Mäcces-Verpackungen aus – zu meinem sehr großen Umweltbewusstseins-Leidwesen . Jetzt, einige Monate später, finde ich es wunderbar, dass sie immer zum Selbst-Kochen übergegangen sind. Wir gehen zwar zusammen einkaufen und ich zahle, jedoch wird nur gekauft, was gegessen wird. Sie kochen sich selbst und lernen täglich dazu. Denn: wenn man kochen möchte, muss auch Nahrung da sein…;). Außerdem lernt man, dass es kühlschrank-unfreundlich ist, wenn man die restlichen Nudeln noch heiß darin unterbringt oder Herdplatten am besten nach dem Kochen ausmacht 😉

Jetzt genieße ich es, wenn wir immer wieder – meistens sonntags – zusammen essen. Dann koche ich sehr gerne, Fleisch für die Jungs, für mich was Veganes. Dann koche ich gerne, was ihnen schmeckt, was sie sich wünschen. Ich höre nicht auf, Ihnen Gemüse schmackhaft zu machen. Irgendetwas scheint mir in dieser Beziehung wohl gar nicht gelungen zu sein…Ich freue mich sehr, wenn sie mal für mich mitkochen, das genieße ich dann ganz besonders. Das ist eher selten und doch immer öfter.

So haben wir alle ein viel entspannteres Leben. Die Mühe, neue Gewohnheiten einzuführen hat sich für alle gelohnt, es ist ein kleines Stückchen mehr Freiheits-Glück für mich als Mama, aber auch für die Jungs. Das sehen sie noch nicht so richtig vollständig ganz 😉

Heute weiß ich eines mit Sicherheit: Ich wäre ohne unsere Kinder nicht die, die ich heute bin. Sie waren und sind meine größten Lehrmeister und stellen mich auch heute noch vor die spannendsten Herausforderungen, vor allem in Bezug auf Geduld, Demut und Dankbarkeit.
DANKE Euch beiden.

Namasté liebe Leserin, ja: dieser Artikel ist vor allem den Mütter unter Euch gewidmet.
Martina

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